Nach knapp zwei Jahren wurde es nun wieder Zeit für ein neues Mobiltelefon. Nach Blick in den Geldbeutel sorgfältiger Abwägung habe ich mich dazu entschlossen, die erste Revision des Apple iPhone abzuwarten und zunächst ein “normales” Handy zu wählen.
Nach zwei Sony-Ericsson-Handys hatte ich nun keine Lust mehr, immer mit dem gleichen Problem des Herstellers leben zu müssen: Nach kurzer Zeit funktioniert der Joystick nicht mehr richtig. Das war schon beim T610 so (2x Garantietausch), beim K750i ist es leider auch nicht anders (1x Garantietausch, jetzt schon seit Monaten wieder schwergängig). Hinzu kommt, dass ich das K800 (den Nachfolger des K750i) visuell nicht sehr ansprechend finde.
Allerdings hatte ich bisher auch Abstand von Nokia genommen, und mir bisher immer gesagt: “Nie wieder ein Nokiahandy!” Wie man sich täuschen kann.
Eine kleine Marktbeschauung führte mich über das gut aussehende, aber technisch hoffnungslos veraltete LG Chocolate zu einem Blogeintrag von Leo zum Nokia N80.
Nach ein wenig Recherche stand fest: Das soll es sein! Wichtig ist mir vor allem die reibungslose iSync-Funktionalität, um meine Kalendereinträge aus iCal und die Kontakte aus dem Adressbuch mit dem Phone synchron halten zu können. Dass das N80 bei humaner Größe zudem einen ordentlichen Vorstoß in den Smartphone-Bereich bietet, ist mir nur recht.
Die Entscheidung für einen Netzanbieter fiel schon in den letzten zwei Jahren: Kein E-Netz mehr! Es ist nicht so schlecht, wie man oft von Personen ohne Hintergrundwissen zu Sendeleistung und Wellenausbreitung im E-Netz anderen zu hören bekommt (”Was, du bist bei E-Plus? Da ist der Empfang ja total mies!”), aber im “Betonbunker” der Unihörsäle hatte ich fast nur die Anzeige “Nur Notrufe” im Display, wenn sich das K750i mangels E-Netz ins D1-Netz einbuchte.
So habe ich mich für den T-D1 Relax 50 Student-Vertrag entschieden. Für 7,50€ im Monat sind dabei 50 Minuten in alle Netze (nicht mehr nur D1, wie vor einiger Zeit!) und das Festnetz mit drin.
Das N80 habe ich nach Preis- und Kundenzufriedenheits-Vergleich bei gethandy.de für 99 Euro bestellt. Beim Studentenvertrag kommen noch 25 Euro Aktivierungsgebühr hinzu. Der Ablauf der Bestellung war perfekt:
- Sonntag: Bestellung. Vorausgefüllte Vertragsunterlagen ausgedruckt und unterschrieben. Überweisung des Rechnungsbetrags.
- Montag: Vertragsunterlagen per Post verschickt.
- Dienstag: Morgens Eingangsbestätigung der Vertragsunterlagen.
- Mittwoch: Brief von T-Mobile mit meiner neuen Nummer. Nachmittags Mail von UPS, Handy unterwegs.
- Donnerstag: Handy ist da!
Meine Ersteindrücke: “Beeindruckendes Display.” - “Ganz schön dick.” - “Extrem verwinkelte und komplizierte Menüstruktur.” - “Kein Autofocus der 3 MP-Kamera.” - “Die Kamera ist nicht geschützt.”
Nach Installation des kostenlosen Mactomster-iSync-Plugins funktioniert die iCal-Synchronisation mit dem N80 auf Anhieb. Inzwischen wird die Synchronisation durch eine Lösung von Marc Liyanage alle 5 Stunden automatisch durchgeführt, wenn das Handy im Bluetooth-Bereich des MacBooks ist.
Ein anderes tolles Feature des N80 ist die Unterstützung von VoIP. So telefoniere ich, wenn ich mich im Bereich meines WLANs befinde, automatisch über Freenet iPhone für 1 ct/min. Die passenden Einstellungen, auf die ich niemals selbst gekommen wäre, hat glücklicherweise schon jemand anderes herausgefunden. Ein Gizmo-Client ist bei der von mir gekauften “Internet Edition” auch schon dabei, aber noch nicht getestet.
Mit dem von mir bestellten Bluetooth GPS-Empfänger ist dann auch die Navigation mit dem N80 möglich, das werde ich in den nächsten Tagen testen.
Ich kann es nicht leiden, das Handy auf den Tisch zu legen und das Ladekabel dran zu fummeln. Für mich gehört ein Tischlader einfach dazu, genauso wie das Dock für den iPod. Leider gibt es von Nokia noch keinen Tischlader für das N80. Bei handy-punkt.com habe ich eine günstige Version gefunden, die qualitativ zwar nicht der Wahnsinn ist, es für den Anfang aber tut. Dazu habe ich mir noch ein passendes KfZ-Ladekabel geordert. Apropos, die Verbindung des N80 mit meiner Parrot CK3100 Bluetooth-Freisprecheinrichtung funktioniert problemlos, allerdings werden Netz(-stärke) und Akkuladung nicht angezeigt. Es gibt Schlimmeres. ![]()
Schließlich ist die mitgelieferte 256 MB-Speicherkarte definitiv zu klein, vor allem wenn man auch Navigation betreiben will. Ich habe mir deshalb bei amazon.de eine 2 GB miniSD-Karte von Sandisk (Ultra II) bestellt. Zwar etwas teurer als Noname-Varianten, aber die Bewertungen anderer Karten sagen alles…
Und nun noch ein paar Vergleichsbilder zwischen dem “alten” K750i und dem N80:
Das N80 ist etwas kürzer (zumindest mit eingefahrener Tastatur), dafür aber ein ganzes Stück dicker (und breiter):
Interessant könnte auch die uPnP-Funktionalität des N80 sein, über die Medien an unterstützende Geräte (z.B. die Roku Soundbridge, Xbox oder Computer) übertragen werden können - neben GPS-Navigation muss ich dies noch testen.
Soviel zum ersten Überblick über das N80. Ich bin bisher sehr zufrieden.
Zum Abschluss hier noch meine bisherige “Handykarriere”:
- Motorola wasweißich (schöner Riesenknochen)
- Sony CMD-J6
- Nokia 3330 (2001-2003)
- Sony Ericsson T610 (2003-2005)
- Sony Ericsson K750i (2005-2007)










2 Kommentare (Kommentar hinzufügen)
Ein Trackback
Handygebühren sinken um 97 % und das Nokia N80…
Durch Dennis und zwei Beiträge von Nico fällt mir gerade wieder ein, daß ich etwas i.S. Handy bloggen wollte.
Die beiden berichten u.a. von der guten Nachricht, daß die Gebühren für den Datenversand via Handy drastisch si…