Anfang der Woche war ich mit Constantin auf einem Whiskytasting, veranstaltet von “Bremers Weinkellerei“. Es stand unter dem Motto “Welt der Whiskys - Whiskys der Welt”, entsprechend wurden sechs Whiskys präsentiert, die mal nicht aus Schottland, Irland oder den USA kommen. Hier unsere Eindrücke, die natürlich nur unseren Geschmack widerspiegeln und nicht den Anspruch haben, universell zu gelten.
Begonnen wurde mit dem “Glen Els Harzer Hochland Whisky” (sic!). Er wird in Kleinstabfüllungen im Harz gewonnen, reift in einem Cognac- und schließlich 6 Monate im Weinfass und besitzt 47,3% Alkohol. Seine dunkle Kupferfärbung deutet schon ein starkes Rotweinbouquet an, eine Assoziation mit einem “Obstler” kommt auf. Geschmacklich fanden wir ihn dann auch beide sehr stark und scharf, geschmacklich sehr nah am Korn. Gar nicht unser Ding.
Als zweites ging es nach Österreich, von wo der 6-jährige “Reisetbauer Single Malt Whisky” mit 56% Volumenalkohol kommt. Gereift in einem Chardonnay- und Beerenauslese-Fass, kommt ein hellgelber Tropfen ins Glas. Geruch und Geschmack verbreiten eine aufdringliche Süße, gleichzeitig ist er im Abgang scharf (bedingt durch den hohen Alkoholgehalt). Selbst nach dem Ausspülen des Glases stieg der unangenehme Geruch noch in die Nase.
Nach diesem für uns unangenehmen Anfang befürchteten wir schon Schlimmes, doch es wurde besser: Aus Wales kam nun der 46%ige “Penderyn Welsh Single Malt Whisky“. Nach maximal 6 Jahren in Madeirafässern entsteht ein öliger Whisky, der recht nahe an einem Scotch steht. Dafür ist er schließlich dann aber einfach zu teuer (ca. 60 Euro/Flasche).
Aus Indien folgte der “Amrut Indian Single Malt“. 10 Jahre reifte er und befindet sich mit 40% Vol. und nicht kühlgefiltert in der Flasche. Eine feine und weiche Nase spiegelt sich auch im Highland-ähnlichen Geschmack wider (der Veranstalter würde ihn mit Tomatin vergleichen). Nach der Veranstaltung habe ich mir zum Sparpreis von 30 Euro eine Flasche gekauft und bin sehr zufrieden.
Nun ging es nach Japan, der “Yamazaki Single Malt” ist mit 12 Jahren im Fass das Luxusprodukt aus dem Hause Suntory (die ein Lager von 1,6 Millionen Fässern besitzen). Der Whisky mit der hellen Kupferfarbe verströmt einen milden und sehr angenehmen Geruch, auch der Geschmack ist sehr angenehm und erinnert an Scapa (von den Orkney-Inseln). Nur preislich ist die Flasche mit rund 75 Euro alles andere als ein Schnäppchen.
Zum Abschluss (und das war auch gut so) führte uns die Whiskyreise nach Neuseeland. Von dort gab es den “Milford Single Malt” mit 10 Jahren Fasslagerung und 43 Prozent Volumenalkohol. Die leichte Torfnote im Geruch fand sich auch im Geschmack, so dass Constantin schnell überzeugt war, und sich diesen Tropfen für ebenfalls günstige 30 Euro mitnahm.
Ein interessantes Whiskytasting mit mal “ganz anderen” Herkünften. Doch trotzdem ist (zumindest mein) Fazit ganz eindeutig: Schottland ist einfach die beste Anbauregion für Whisky.